Geschichte

Im Jahre 1230 wird unser Dorf als "Tosinbah" erstmals geschichtlich erwähnt. Der Ursprung dürfte jedoch bis in das 7. Jahrhundert zurückreichen. Zeugen dieser Vergangenheit sind ohne Zweifel die im Jahre 1848 gefundenen alemannischen Gräberfelder.[1]

Der Hunnenstein (Menhir) im Kosilienwald zwischen Niederdossenbach und Dossenbach. Ein Zeichen vergangener Kulturen.

Menhir von Dossenbach – Wikipedia

 

1247 gehörte der Ort Tossinbach (»Ober-Dossenbach«) den Herren von Klingen.[2]

Im Mittelalter hatte Dossenbach einen eigenen Ortsadel, davon erzählt eine Urkunde aus dem 1258. Auch andere geistliche Herrschaften wie das Chorherrenstift St. Martin zu Rheinfelden, die Klöster Säckingen und Klingental in Basel hatten Besitzrechte in Dossenbach.[1]

10. Juni 1258. Heinrich von Dossenbach bekennt, daß er im Deutschordenshause zu Bukein seine Grabstätte gewählt und daß er den Deutschordensbrüdern in seinem Testamente einen Acker zu Dossenbach vermacht hat, welchen diese seinen Töchtern gegen einen jährlichen Zins von 3 Schllg. erblich verliehen haben.[4]

29 Sebt. 1284. Bruder Eberhard und alle Brüder des Hauses zu Buken bekennen, daß weiland Heinrich von Dossenbach und seine Frau Gertrut, die ihr Begräbniß zu Buken gewählt haben, auf einem Acker, genannt Wittengrunt, und auf einer Matte bei dem Dorfe 5 Schilling zur Begehung ihrer Jahrzeit gesetzt haben.[4]

4. Merz 1305. Der Official des Basler Hofgerichts bekennt, daß die Laienschwester Hiltburg von Tossenbach dem Hermann von Schafusa, Deutschordenspriester zu Basel, als Vertreter der Commende Buken, alle ihre Güter zu Tossenbach, unter Vorbehalt der Nutznießung auf Lebenszeit und unter der Bedingung der Abhaltung ihrer Jahrzeit, übergeben hat. Besiegelt vom Hofgericht. [4]

1316 wurde Ritter Johannes von Hauenstein nebst seiner Gattin Anna von Buettickon und seinen Kindern beiderlei Geschlechts, ebenso wie seine Vorfahren, von den Markgrafen mit Gütern und Leuten in Dossenbach belehnt. [2][5]

Am 19. Mai 1316 erreichte Ritter Johannes von Hauenstein, dass ihm und seiner Frau Anna der Ort Dossenbach samt Zwing und Bann und Eigenleuten zu Lehen von Markgraf Heinrich von Hachberg, Herr zu Rötteln und dessen Bruder Otto, übertragen wurde. [4]

8. August 1368 Wilhelm von Hauenstein, Edelknecht, verkauft mit Willen seines Sohnes Henman dem Markgrafen Rudolf III. von Hochberg, Herrn zu Rötteln und Sausenberg, das Dorf Dossenbach, das er zu Lehen getragen hatte, um 1.400 Gulden. [6]

1368 kaufte der Markgraf von Hachberg-Sausenberg das Lehen an sich zurück, mit Ausnahme des Meierhofs mit dem Kirchensatz, der von Österreich zu Lehen ging. [2]

Die entgültige Grenze zwischen der Badischen Markgrafschaft und der Vorderösterreichischen Oberhoheit ist damit festgelegt. Unser Dorf wird somit Altbadische Gemeinde.

6. Mai 1476 Thoman Ratz von Säckingen übernimmt von Herzog Sigmund von Österreich den Meierhof zu Ober-Dossenbach mit Kirchensatz, 10 Schupposen etc. als Lehen.[7]

1556 Wie im Markgrafenland wird auch hier im Jahre 1556 die Reformation durchgeführt.

Grenzverlauf um 1771

Baden-Württemberg 1771

1779

Grund-Riss über den Doßenbacher Bann, Freyherrlich von Schönauischer Herrschaft

 

1779-1780

Gemarkungspläne  "Dossenbacher Bann"

 

27. April 1848  gegen 8.00 Uhr, kommt es zwischen Freischärlern unter Georg Herwegh und dem 6.Württembergischen Infanterie-Regiment auf der Höhhalde zu einem zweistündigen Gefecht, dem ca. 30 Freischärler zum Opfer fallen.

16.Juni 1851 Das Dorf wird zum großen Teil durch eine Feuersbrunst zerstört.

1855 Fertigstellung einer neuen evangelischen Kirche

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Einzelnachweise:

  1. Festzeitschrift des Gesangvereins Dossenbach zum 125 jährigen Bestehen
  2. www.leo-bw.de Ortsgeschichte
  3. foerderverein.grafschaft-hauenstein.de
    Urkundenbuch der Deutschordens-Commende Beuggen. von Moriz Gmelin
  4. Wikipedia: Hauenstein (Rittergeschlecht)
  5. Kindler von Knobloch, Julius
  6. landesarchiv-bw.de {46 Nr. 1655 Verweisung}
  7. http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1428907

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Lehen = Als Lehen bezeichnet man Rechte, die jemandem überlassen werden. Der Lehnsherr vergibt diese Rechte. Meist handelt es sich dabei um Grund und Boden. Siehe auch Wikipedia Lehnswesen
Bukein = Beuggen
Jahrzeit = rituelle Begängnis des Todestages eines Gläubigen. Grundlage für das Gedenken bildete meist eine Stiftung (Seelengarten, Seelgerät, „ewige Messe“).
Freischäfler =  bezeichnet einen militärischen Freiwilligenverband.
Zwing und Bann = im Mittelalter die dörfliche Herrschafts- und Gerichtsgewalt über Dorf und Feldflur.
Schuppose =  Die Schuppose bezeichnet im Mittelalter einen Kleinbauernhof und dessen landwirtschaftliche Nutzfläche.